Unser Artist of the Month im Monat Februar: Sobi
Indie-Rock mit Haltung: Sobi veröffentlicht „Aisle 10”
In einer Welt, die schnell zu laut, zu viel und überfordernd sein kann, sehnen wir uns manchmal nach Musik, die Nähe erzeugt. Nach Songs, die sich anfühlen wie eine stille Umarmung im Regen oder wie ein nächtliches Küchengespräch bei flackerndem Kerzenlicht. Genau diese Art von Intimität fängt unsere recordJet Artist of the Month im Februar „Sobi”ein. Vielleicht, weil sie selbst so viele Welten in sich trägt: geboren in Madrid, aufgewachsen in London, Wurzeln in Sri Lanka und heute zuhause in Hannover, verbindet sie kulturelle Einflüsse, Erfahrungen und Emotionen zu einem Sound, der leise berührt und lange nachhallt. Ihre Musik wirkt nie aufgesetzt, sondern ehrlich, warm und nahbar – und genau darin liegt ihre Stärke.
Wer ist Sobi? Ein Blick auf ihren musikalischen Weg
Sobi, bürgerlich Sobini Böhm, begann bereits mit 16 Jahren eigene Songs zu schreiben. Früh inspiriert von Künstlerinnen wie Laura Marling oder Lianne La Havas entwickelte sie eine unverkennbare Handschrift, geprägt von warmem Gitarrensound, klaren Melodien und einer Stimme, die Geschichten trägt, statt sie zu überladen. Mit ihrer EP „Home One Day“ aus dem Jahr 2020 wurde erstmals deutlich, was Sobis Musik so besonders macht: die Fähigkeit, große Gefühle in kleine, präzise Bilder zu übersetzen. Besonders der Song „Pearl“, den sie für ihre Tochter schrieb, entwickelte sich schnell zu einem Fan-Favourite und wurde für viele Hörer:innen zu einem emotionalen Anker – live oft noch intensiver als auf Platte.
Persönliche Geschichten statt Perfektion
Der nächste große Schritt folgte 2023, als Sobis Song „Honey Honey“ Teil der Netflix-Produktion „Love At First Sight“ wurde. Ein Moment, der ihre Musik einem internationalen Publikum öffnete, ohne dass sie dafür ihren leisen, ehrlichen Kern verändern musste. Im Jahr darauf erschien schließlich ihr erstes Album – ein zutiefst persönliches Werk über Mutterschaft, Identität und den Versuch, zwischen Erwartungen, Selbstzweifeln und Verantwortung nicht unterzugehen. Songs wie „Victory“ klingen wie offene Tagebucheinträge und erzählen davon, eigentlich alles zu haben und sich dennoch zu fragen, ob man genug ist. Statt Perfektion feiert Sobi Wachstum, Scheitern und Selbstakzeptanz – und genau diese Haltung macht ihre Musik so greifbar.
Der Erfolg dieses Albums blieb nicht unbeachtet. Sobi spielte ausverkaufte Shows in Hannover und London und tourte durch Deutschland und das Vereinigte Königreich. Ihre Live-Auftritte gelten mittlerweile als echtes Markenzeichen: intim, emotional und getragen von einer besonderen Nähe zum Publikum.
Und jetzt? Der Blick nach vorn
Fast zwei Jahre nach ihrem Debütalbum schlägt Sobi nun ein neues Kapitel auf. Mit ihrer Single „Aisle 10“ eröffnet sie 2026 eine neue Phase. In dem Song wird ein verschütteter Saft im Supermarkt zum Sinnbild für unsere Zeit: Alle schauen kurz hin – und gehen weiter. Sobi verwandelt diese alltägliche Szene in eine schmerzhafte, ehrliche Frage: „When did it become so hard to help?“ Der Song spricht von gesellschaftlicher Erschöpfung, Ohnmacht und emotionaler Distanz, aber auch von dem Wunsch nach Veränderung und Mitgefühl.
2026 wird für Sobi ein zentrales Jahr. Nach „Aisle 10“, das am 30. Januar erscheint, folgen die Singles „Missing Piece“ am 27. Februar und „Woodwork“ am 3. April. Am 8. Mai 2026 veröffentlicht sie schließlich ihr zweites Album „Life Will Be Easy Again“. Ein Titel, der Hoffnung trägt und gleichzeitig ein leises Augenzwinkern in sich hat. Begleitet wird das neue Album von weiteren Touren in Deutschland und dem UK – mit genau jener Mischung aus Intimität und emotionaler Tiefe, für die Sobi längst bekannt ist.
Warum Sobi unser recordJet Artist of the Month ist?
Weil sie eine Künstlerin ist, die leise trifft und trotzdem lange bleibt. Weil ihre Musik ehrlich ist, ohne kitschig zu werden, poetisch, ohne abzuheben. Weil sie über Mutterschaft, Zweifel, Überforderung und gesellschaftliche Müdigkeit singt – in einer Sprache, die jede:r versteht, aber nur wenige so formulieren. Und weil sie gerade an einem Punkt steht, an dem alles möglich ist: ein neues Album, eine neue Phase, ein klarer künstlerischer Fokus. Kurz gesagt: Sobi ist keine Künstlerin, die man nur hört. Man fühlt sie. Und genau deshalb ist sie unser recordJet Artist of the Month im Februar.
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Einmal im Monat präsentiert recordJet den Artist of the Month. Gewählt von der recordJet-Crew, wird ein recordJet-Artist prämiert, der uns besonders gut gefällt. Schaut doch mal auf unserer AotM-Playlist vorbei – dort sind alle unsere Artists of the Month der vergangenen Jahre bis heute aufgelistet.
Aleksandr Neplokhov
Bettina Theuerkauf