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Allgemein, Artist of the Month | von Angela Peltner | 1. September 2026

Mine: Unser Artist of the Month September 2026 | recordJet

Mine Artist of the Month September 2026 – immer echt, immer bei sich, immer Mine


Mine ist unser Artist of the Month im September 2026 – und mit „KILLER“ erscheint am 4. September ihr neues, ihr sechstes Album. Höchste Zeit, eine Karriere zu erzählen, die man fast anhand ihrer Alben lesen kann.

Es gibt Artists, die findet man nach drei Songs ziemlich gut heraus. Genre? Check. Sound? Check. Schublade zu.

Und dann gibt es Mine.

Seit dreizehn Jahren macht die Sängerin, Songwriterin, Produzentin und Komponistin Musik, die sich ziemlich erfolgreich dagegen wehrt, irgendwo dauerhaft einsortiert zu werden. Pop? Natürlich. Aber da sind auch Jazz, Hip-Hop, Folk, Elektronik, Streicher, Synthesizer und immer wieder Instrumente und Sounds, mit denen man im nächsten Moment nicht unbedingt gerechnet hätte.

Vielleicht ist der Versuch, Mine über ein Genre erklären zu wollen, von Anfang an der falsche.

Denn über die vergangenen dreizehn Jahre hat sie vor allem eines geschafft: Sie hat sich einen Ruf als eine der prägendsten deutschen Popkünstlerinnen abseits des Mainstreams erarbeitet. Und dabei immer wieder auf einem schmalen Grat balanciert, auf dem Erfolg und radikale künstlerische Eigenständigkeit gleichzeitig möglich sind.

Immer echt. Immer bei sich. Immer Mine. Nur eben an verschiedenen Punkten ihres Lebens.

Und gerade beginnt wieder ein neuer.

Dass sie heute unser Artist of the Month ist, passt deshalb ziemlich gut: Mine steht für vieles von dem, was wir an unabhängiger Musik feiern – eine klare künstlerische Vision, konsequente Entwicklung und den Mut, den eigenen Weg immer wieder neu zu denken.

Am 16. September ist sie außerdem Teil des FLINTA* Music Force Showcases beim Reeperbahn Festival in Hamburg – gemeinsam mit lùisa und Charlotte Colace im Schmidtchen am Spielbudenplatz.

Der Schnee tropft von oben
So eklig und kalt
Ich hab nichts verloren
Ich suche nur Halt

Dunkel, Mine

Von Jazzgesang zu einem ganz eigenen Entwurf von Pop

Dass Mine Musik nicht nur singen, sondern bis ins kleinste Detail verstehen und gestalten möchte, zieht sich durch ihre gesamte Karriere.

Aufgewachsen in der Nähe von Stuttgart, nimmt sie bereits als Kind Gesangs- und Instrumentalunterricht. Später studiert sie Jazzgesang an der Hochschule für Musik Mainz und beginnt anschließend an der Popakademie Baden-Württemberg einen Master in Producing und Composing.

Schon zu Beginn ihrer Karriere zeigt sich dabei eine Eigenschaft, die Mine bis heute auszeichnet: Wenn sie eine Idee hat, darf sie ruhig ein bisschen größer sein. 2013 sammelt sie per Crowdfunding mehr als 10.000 Euro für ein Konzert im ausverkauften Mannheimer Capitol – die Songs arrangiert sie selbst für ein eigens zusammengestelltes Kammerorchester. Einige Jahre später wiederholt sie das Experiment noch größer: Fast 32.000 Euro kommen für ein Orchesterkonzert in Berlin zusammen.

Heute klingt das fast wie eine frühe Blaupause ihrer Karriere: selber machen, groß denken und musikalisch bitte niemals den einfachsten Weg nehmen.

Mine“ (2014): Am Anfang steht die eigene Sprache

Das Debütalbum zeigt bereits, was später zur Handschrift wird: ungewöhnliche Arrangements, eine sehr eigene Art mit deutscher Sprache umzugehen und eine Stimme, die selbst in großen Produktionen nie untergeht. Für „Ziehst du mit“ entstehen vier Versionen mit vier unterschiedlichen Rappern – darunter Fatoni. Die Nähe zum Hip-Hop wird bleiben.

Das Ziel ist im Weg“ (2016): Bitte keine geraden Linien

Der Sound wird größer, dunkler und elektronischer. Synthesizer treffen auf Folk, Jazz und Hip-Hop; dazwischen Mines Lust an ungewöhnlichen Sprachbildern. Das Album erreicht Platz 81 der deutschen Albumcharts – der Beginn einer bemerkenswert konstanten Entwicklung nach oben.

Alle Liebe nachträglich“ (2017): Mine & Fatoni

Mine und Fatoni machen ein gemeinsames Album – zwei Artists mit einem ziemlich guten Verhältnis zur Sprache und einer gemeinsamen Vorliebe dafür, vermeintlich einfache Antworten komplizierter zu machen. Es geht um Liebe und Beziehungen, aber eben nicht nur um deren schöne Seiten. Das Album erreicht Platz 47 der deutschen Charts.

Klebstoff“ (2019): Was an uns hängen bleibt

Mit „Klebstoff“ wird Mines Sound organischer: Streicher, Flöten, Orgeln – sogar ein Dudelsack. Mine spielt und produziert inzwischen weitgehend selbst, und das Album steigt auf Platz 28 der deutschen Albumcharts ein.

Mit „Klebstoff“ beginnt gleichzeitig etwas, das sich im Rückblick als größerer Zusammenhang lesen lässt: der Auftakt einer Trilogie, die über „Hinüber“ zu „Baum“ führt – drei Alben, nach denen Mine 2026 mit „KILLER“ bewusst einen neuen Anfang setzt.

Hinüber“ (2021): Wenn plötzlich die ganze Welt mit am Tisch sitzt

Klimakrise, gesellschaftliche Verantwortung, Privilegien – und trotzdem bleibt Platz für Freundschaft und sehr persönliche Beobachtungen. „Hinüber“ erreicht Platz 13 der deutschen Albumcharts. Im selben Jahr wird Mine beim Preis für Popkultur ausgezeichnet, erhält den Deutschen Musikautorenpreis und arrangiert außerdem Streicher für Danger Dans Nummer-eins-Album.

Baum“ (2024): Etwas Neues wächst

Nach dem Blick auf eine Welt, die an vielen Stellen kaputt erscheint, fragt „Baum“: Was wächst eigentlich danach?

Das Publikum folgt Mine auch dorthin – Platz 7 der deutschen Albumcharts, ausverkaufte Tour und 2025 noch einmal große Orchesterkonzerte mit mehr als 20-köpfigem Ensemble.

Vom Crowdfunding für das erste Orchesterkonzert bis hierhin ist einiges passiert. Die Idee dahinter ist trotzdem erstaunlich ähnlich geblieben.

Eine Karriere ohne Angst vor Kollaboration

Wer sich durch Mines Diskografie bewegt, begegnet dabei zwangsläufig vielen anderen Artists.

Fatoni, Samy Deluxe, Die Orsons, Edgar Wasser, Sophie Hunger, Grossstadtgeflüster, Giulia Becker, Mauli, Danger Dan, AB Syndrom – die Liste ist lang. Aber das Interessante ist weniger, mit wem Mine arbeitet, sondern wie.

Features wirken bei ihr selten wie strategisch platzierte Namen auf einer Tracklist. Vielmehr lässt Mine andere künstlerische Perspektiven ganz selbstverständlich in ihre eigene Welt hinein, ohne dabei ihre Handschrift zu verlieren. Mine muss ihre Eigenständigkeit nicht dadurch beweisen, dass sie alles andere von sich fernhält.

„KILLER“ (2026): Alles auf Anfang

Und damit wären wir wieder im Jahr 2026.

Nach „Klebstoff“, „Hinüber“ und „Baum“ schließt sich mit „KILLER“ ein Kapitel – und gleichzeitig beginnt ein neues. Das sechste Soloalbum ist reduzierter und direkter angelegt: weniger Instrumente, analoge Synthesizer, klarere Arrangements und Texte über Veränderung, Selbstfindung und Neuanfang.

Mine selbst beschreibt diesen Prozess ziemlich drastisch:

„Ich habe alte Versionen von mir selbst abgetötet.“

Mit „Dunkel“, „Oxytocin“ feat. LIONSTORM, „Bild von mir“ feat. ELEO und inzwischen auch Ohne dich sind vier Vorboten erschienen. „Ohne dich“ ist dabei der letzte vorab veröffentlichte Song des Albums – ein Abschiedssong, der klein beginnt und sich schließlich zu einem Geflecht aus Synthesizern entwickelt.

Am 4. September folgt „KILLER“. Im November geht Mine damit auf große Tour: 15 Termine führen sie durch Deutschland und Österreich, vom Auftakt am 4. November in Mannheim bis zum Abschluss am 21. November in der Berliner Uber Eats Music Hall. Die Location und das Datum sind inzwischen auch offiziell bestätigt.

Und danach? Erst einmal Pause.

Mine hat bereits Ende 2025 angekündigt, dass sie sich nach dieser Tour eine Auszeit nehmen möchte. Gerade deshalb bekommt „KILLER“ noch einmal eine andere Bedeutung: Das Album ist nicht einfach nur der nächste Punkt in einer ohnehin langen Diskografie. Es markiert einen bewussten Neustart – unmittelbar bevor Mine sich nach Jahren voller Alben, Tourneen, Orchesterkonzerte und Kollaborationen selbst etwas Zeit nimmt.

Vielleicht ist genau das nach all diesen Jahren auch ziemlich konsequent: sich verändern, wenn Veränderung richtig ist. Und innehalten, wenn Innehalten richtig ist.

Mine Artist of the Month: Erfolg und künstlerische Integrität gehen zusammen

Mine hat sich ihre Position in der deutschen Musiklandschaft nicht dadurch erarbeitet, dass sie irgendwann die perfekte Formel gefunden und anschließend immer wiederholt hat.

Im Gegenteil. Von Platz 81 mit „Das Ziel ist im Weg“ über Platz 28 mit „Klebstoff“ und Platz 13 mit „Hinüber“ bis zu Platz 7 mit „Baum“ zeigt ihre Entwicklung ziemlich eindrucksvoll, dass ein wachsendes Publikum und künstlerische Eigenständigkeit kein Widerspruch sein müssen.

Man kann komplex sein und trotzdem Menschen erreichen. Man kann experimentieren und trotzdem Pop machen. Und man kann sich verändern, ohne sich selbst zu verlieren.

Genau deshalb ist Mine unser Artist of the Month.

Immer echt. Immer bei sich. Immer Mine. Nur eben nie dieselbe.

„KILLER“ & KILLER Tour 2026

Album: „KILLER“
Release: 4. September 2026
Pre-Save & Preorder: über minemusik.de
KILLER Tour: 4.–21. November 2026, 15 Shows in Deutschland und Österreich


Mehr von Mine auf Instagram, Spotify und minemusik.de. Einmal im Monat präsentiert recordJet den Artist of the Month. Gewählt von der recordJet-Crew, wird ein recordJet-Artist prämiert, der uns besonders gut gefällt. Schaut doch mal auf unserer AotM-Playlist vorbei.