Megaloh: Unser Artist of the Month November 2026 | recordJet
Megaloh: Die Kunst, mit Worten Welten zu erschaffen – Warum Megaloh unser recordJet Artist of the Month im November ist
Manche Rapper erzählen Geschichten. Andere erschaffen mit ihren Worten ganze Welten. Megaloh gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Seit mehr als zwei Jahrzehnten zählt der Berliner zu den eigenständigsten Stimmen im deutschen Hip-Hop und ist unser Artist of the Month im November 2026.
Seine Musik verbindet technische Raffinesse mit Haltung, poetische Bilder mit gesellschaftlichen Beobachtungen und klassische Rap-Wurzeln mit musikalischer Experimentierfreude. Dabei hat er vor allem eines bewiesen: Künstlerische Freiheit ist für ihn keine Floskel, sondern eine bewusste Entscheidung.
Megaloh ist unser recordJet Artist of the Month im November 2026. Und das hat mehr als einen Grund.
Von Berlin-Moabit in die deutschen Albumcharts
Megaloh, bürgerlich Uchenna van Capelleveen, wuchs in Berlin-Moabit auf. Seine nigerianisch-niederländischen Wurzeln und das musikalische Umfeld der Hauptstadt prägten früh seinen Blick auf die Welt und seine künstlerische Identität.
Bereits Anfang der 2000er-Jahre machte er sich in der deutschen Rap-Szene einen Namen. 2002 gründete er sein eigenes Label Level Eight, 2005 erschien sein erstes Album „Im Game”. Der große kommerzielle Durchbruch folgte 2013 mit „Endlich unendlich”, das die Top 10 der deutschen Albumcharts erreichte. Mit dem Nachfolger „Regenmacher” gelang ihm 2016 sogar der Sprung auf Platz zwei.
Megaloh hatte sich längst als einer der technisch versiertesten und inhaltlich anspruchsvollsten Rapper Deutschlands etabliert.
Hip-Hop ohne musikalische Scheuklappen
Doch Megaloh ging es nie ausschließlich um Chartplatzierungen. Seine musikalische Neugier führte ihn immer wieder über die Grenzen des klassischen Deutschrap hinaus.
2017 veröffentlichte er gemeinsam mit Musa und Ghanaian Stallion unter dem Namen BSMG das politische Konzeptalbum „Platz an der Sonne”. Darin beschäftigten sich die drei Musiker mit Identität, Kolonialgeschichte und gesellschaftlichen Machtverhältnissen.
Auch in den folgenden Jahren blieb Megaloh experimentierfreudig. Projekte wie „HOTBOX” und „21″ zeigten unterschiedliche Facetten seines Sounds und seiner künstlerischen Entwicklung.
Was seine Musik dabei zusammenhält, ist seine unverwechselbare Art zu schreiben: komplexe Reimstrukturen, überraschende Sprachbilder und ein Flow, bei dem selbst einzelne Silben zu Instrumenten werden.
Chinonso Records: Zurück zur eigenen Unabhängigkeit
Mit dem Album „Drei Kreuze” endete 2022 ein wichtiges Kapitel seiner Karriere. Megaloh verabschiedete sich von seiner Major-Label-Phase und gründete mit Chinonso Records sein eigenes Label.
Der Schritt zurück in die Unabhängigkeit eröffnete ihm neue künstlerische Möglichkeiten. Statt sich an Erwartungen oder musikalischen Trends zu orientieren, konnte er seine eigenen Vorstellungen noch konsequenter verfolgen.
2023 erschien die EP „AFROV1BES”, auf der Megaloh erneut seine Offenheit für unterschiedliche musikalische Einflüsse unter Beweis stellte. Es folgten ein Live-Album mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg und 2025 das Studioalbum „Schwarzer Lotus”. Beide Projekte zeigen, wie vielseitig sein musikalisches Schaffen mittlerweile geworden ist.
„Crémant in Limoux”: Rap als poetisches Handwerk
Mit „Crémant in Limoux” , auf der EP „In Indigo geschrieben„, die am 30.10. 2026 erschienen ist, zeigt Megaloh einmal mehr, warum er zu den außergewöhnlichsten Wortkünstlern des deutschen Hip-Hop gehört.
Der Track ist eine kleine Perle des lyrischen Boutique-Rap: Obskure Samples treffen auf einen Sound, der an den rauen, experimentierfreudigen Hip-Hop von Staten Island Mitte der 1990er-Jahre erinnert. Darüber legt Megaloh ein dichtes Geflecht aus Reimen, Bildfragmenten und sprachlichen Assoziationen. Seine Worte funktionieren nicht nur über ihre Bedeutung, sondern auch über ihren Klang. Silben greifen ineinander, Reime verschieben sich, und aus scheinbar losen Gedanken entsteht eine ganz eigene Atmosphäre.
„Crémant in Limoux” ist vor allem eines: ein Song für alle, die Hip-Hop nicht nur hören, sondern auch sprachlich entdecken wollen.
Warum Megaloh unser recordJet Artist of the Month im November ist
Ob klassischer Boom-Bap, politische Konzeptalben, afrikanisch inspirierte Sounds oder orchestrale Arrangements: Megaloh hat sich nie auf eine einzige musikalische Richtung festlegen lassen. Seine Karriere zeigt, dass künstlerische Weiterentwicklung nicht bedeutet, die eigenen Wurzeln hinter sich zu lassen. Vielmehr geht es darum, ihnen immer wieder neue Ausdrucksformen zu geben.
Mit Chinonso Records, seinem unverwechselbaren Schreibstil und Veröffentlichungen wie „Crémant in Limoux” bleibt Megaloh ein Künstler, der lieber eigene Wege einschlägt, als vorgegebenen Pfaden zu folgen.
Megaloh ist unser recordJet Artist of the Month im November.
Und wenn ihr wissen wollt, warum: Hört rein.
Mehr von Megaloh auf Instagram, Spotify und YouTube. Einmal im Monat präsentiert recordJet den Artist of the Month. Gewählt von der recordJet-Crew, wird ein recordJet-Artist prämiert, der uns besonders gut gefällt. Schaut doch mal auf unserer AotM-Playlist vorbei.
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